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Ein Elektrobus ladet am Pantografen in Untervaz.

Depotladen statt öffentliche Schnelllader: Warum Speditionen am eigenen Standort laden sollten

19. August 2026
Blog Tag Technology Technologie & Anlagen
Für planbare Touren ist die Ladeinfrastruktur für E-LKW am Depot meist die wirtschaftliche Basis. Öffentliche Schnelllader und Lade-Hubs ergänzen längere Touren, ersetzen bei festen Rückkehrzeiten aber selten das Depotladen.

Viele Speditionsunternehmen stehen bei der Umstellung auf Elektrolastwagen vor derselben Frage: Reicht die Reichweite für den täglichen Einsatz aus, oder müssen die Fahrzeuge unterwegs regelmässig an öffentlichen Schnellladestationen laden?

Für viele Flotten ist die Ladeinfrastruktur einer der grössten Unsicherheitsfaktoren beim Umstieg auf E-LKW. Oft besteht die Sorge, dass öffentliche Schnellladestationen den Betrieb verteuern, Zeitfenster belasten und Flexibilität kosten. In der Praxis zeigt sich jedoch: Viele Transportfahrzeuge kehren täglich an ihren Standort zurück. Dadurch können sie während der vorhandenen Standzeit im Depot zuverlässig, kostengünstig und ohne Eingriff in den laufenden Betrieb geladen werden.

Kurz gesagt: Für planbare Touren ist die Ladeinfrastruktur für E-LKW am Depot in der Schweiz meist die Basis. Öffentliche Schnelllader und LKW-Ladestationen entlang der Hauptachsen ergänzen den Betrieb, ersetzen aber bei Speditionen mit festen Rückkehrzeiten selten das Depotcharge-Konzept.

Depotladen als wirtschaftliche Basis

Für den Regelbetrieb einer Speditionsflotte ist Depotladen oder Depotcharge meistens die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Sattelzüge kehren abends oder nachts ans Depot zurück und stehen dort mehrere Stunden. Während dieser Standzeit lassen sich die Batterien mit DC-Ladestationen von 150 bis 400 Kilowatt zuverlässig aufladen.

Dieses planbare Laden am Heimatstandort reduziert die Abhängigkeit von öffentlichen Schnellladestationen. Öffentliche Lade-Hubs bleiben wichtig, erfüllen aber eine andere Aufgabe: Sie ergänzen das Depotladen bei längeren Fernverkehrseinsätzen, ungeplanten Zusatzfahrten oder wenn die verbleibende Batteriekapazität für die Rückfahrt nicht ausreicht.

Auf die häufige Frage «Wo laden E-LKW hauptsächlich?» ist die Antwort deshalb klar: Im Regelbetrieb laden viele E-LKW primär am Depot. Die eigene Depot-Ladeinfrastruktur verbindet planbare Standzeiten, steuerbare Energiekosten und einen Netzanschluss, der auf den tatsächlichen Betrieb ausgelegt werden kann.

Nachtladen am Depot als Standard

Im Regional- und Verteilerverkehr fahren E-LKW in der Schweiz typischerweise Touren von 200 bis 400 Kilometern pro Tag und kehren abends ins Depot zurück. Bei Batteriekapazitäten von rund 300 bis 600 Kilowattstunden und DC-Ladeleistungen von 150 bis 250 Kilowatt reicht eine nächtliche Standzeit von sechs bis zehn Stunden für eine vollständige Ladung in der Regel aus.

Eine 500-kWh-Batterie könnte bei konstanten 250 Kilowatt rechnerisch in rund zwei Stunden geladen werden. In der Praxis dauert der Vorgang wegen Ladekurve und Leistungsverteilung auf mehrere Ladepunkte etwas länger. Bei typischen Standzeiten am Depot bleibt dennoch genügend Zeitreserve.

Zusätzlich schont Laden über mehrere Stunden mit moderater Leistung die Batterie. Ein intelligentes Lastmanagement sorgt dafür, dass nicht alle LKW gleichzeitig mit voller Leistung laden. Das reduziert Leistungsspitzen und kann die Stromkosten senken.

Wann öffentliche Schnelllade-Hubs Sinn machen

Öffentliche Schnelllade-Hubs entlang der Hauptverkehrsachsen dienen dazu, Fahrzeuge unterwegs schnell mit Energie zu versorgen. Sie sind sinnvoll, wenn die verbleibende Batteriekapazität, der State of Charge, für die Rückfahrt ins Depot oder die Fortsetzung der Tour nicht ausreicht.

Für Speditionen mit festen Standorten und planbaren Rückkehrzeiten sind solche Schnelllade-Hubs deshalb eine Ergänzung, aber kein Ersatz für die eigene Ladeinfrastruktur. Die betriebliche und wirtschaftliche Basis bleibt das Depot.

Repower beteiligt sich mit UTOPIA Charge am Aufbau eines Netzwerks von Depot-Ladestandorten in der Schweiz. Unternehmen können damit freie Ladekapazitäten anderen Unternehmen freigeben oder externe Depot-Ladestandorte buchen. Das ist eine sinnvolle Ergänzung zum eigenen Depotladen und eine Alternative zu rein öffentlichen Schnelllade-Hubs.

Für die Marktübersicht LKW Ladestationen Schweiz ist diese Unterscheidung zentral: Depot-Ladestationen sichern den täglichen Betrieb, öffentliche Schnelllade-Hubs sichern Reichweite und Flexibilität ausserhalb des Standorts.

Fazit

Wer Touren, Standzeiten und Ladeprozesse sauber aufeinander abstimmt, muss öffentliche Schnellladestationen nur selten nutzen. Die Kombination aus planbaren Rückkehrzeiten, nächtlichen Standzeiten und intelligentem Lastmanagement macht das Depotladen zur wirtschaftlichsten und zuverlässigsten Lösung für die meisten Speditionen.

Häufige Fragen

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